Ein Windrad zu Energiegewinnung selber bauen

Ein Windrad selber bauen

 

Wer träumt bei diesen Energiepreisen nicht von Unabhängigkeit? Die Zeiten für uns Verbraucher werden immer schwerer und die Energieriesen reiben sich die Hände. Aber warum können wir das nicht auch? Also uns die Hände reiben??

Ich beschäftige mich bestimmt schon seit einem halben Jahr mit dem Thema erneuerbare Energien. Nur im großen Stil (Einspeisen) ist mir das ganze zu teuer und wenn ich dann über Amortisierung nachdenke fällt dieses Thema komplett flach.

Ich finde es toll wie die kostenlose Energie der Natur genutzt und benutzt werden kann. Vor allem Windkraft! In naher Zukunft werde ich ebenfalls auf das Thema Solar (Photovoltaik) eingehen und Euch zeigen, wie ich meine Inselanlage aufbaue. Aber alles zu seiner Zeit 😉

 

Eine Kleinwindanlage selber bauen

 

Ich muss gestehen, ich habe mir das Ganze einfacher vorgestellt. Nach einer Anmeldung bei www.kleinwindanlagen.de wurden mir die Augen geöffnet denn bei dem Thema Windkraft muss man doch einiges berechnen und die Wetterverhältnisse seines Standpunktes gut kennen.

Aber das hat mich nicht abgeschreckt.

Der Generator

 

Windrad selber bauen - GeneratorIch habe mich für einen Nabenmotor 36V 250Watt vom Fahrrad (günstig bei ebay erstanden) entschieden denn der kann direkt angetrieben werden und erspart aufwändigen Aufbau von z.B. Getriebe. Außerdem ist er Wetterfest und ziemlich verschleißfrei da keine Kohlebürsten verbaut sind und er über permanent-Magneten betrieben wird.

Der Generator war vorhanden nun fehlen nur noch die passenden Flügel um den Generator für mein Windrad anzutreiben.

 

 

Den Repeller selber bauen

 

Der Repeller sollte bei mir aus 150´ger HT-Rohr (oder auch KG-Rohr) gebaut werden. Auch hier traf ich auf einige Probleme, die mit Hilfe des Kleinwindanlagen-Forums gelöst werden konnten. Hier haben Profis ein Tool geschrieben das „ROWI-TOOL“. Mit dessen Hilfe kann man sich alle Parameter auf ein Rohr übertragen kann. Hier mal ein Screenshot meiner Berechnung:

Berechnung-Rohrflügel

 

Ist das geschafft, die Maße auf eine Schablone übertragen (am besten Linolium oder feste Tapete) und dann auf das Abwasserrohr. Schablone rohrflügelWichtig ist die Nulllinie ebenfalls zu übertragen, denn hier werden später die Löcher für die Aufnahme am Generator gebohrt.

 

 

Jetzt heißt es mittels Stichsäge 6x die gleichen Flügel selber bauen. Das ist wirklich eine Sauerei, am schlimmsten war das Entgraten der Rohre mit der Flex. Der dabei entstehende Staub lädt sich wohl statisch auf und bleibt an allem kleben.

 

Ist auch diese Arbeit für unser Windrafertiger rohrflügeld fertig müssen die einzelnen Flügel ausgewuchtet werden. Ich habe dazu eine digitale Waage genommen und jeden Flügel gewogen. Die Unterschiede habe ich bei jedem Flügel mit Abschnitte des Rohres ausgeglichen.

 

Der Repeller ist somit auch schon fertig, jetzt die anderen Einzelteile….

 

 

Mastlager selber bauen

 

Das Windrad soll sich später schön in den Wind drehen damit es die optimale Windrichtung findet und der Generator ordentlich Leistung bringen kann.

Für das Lager habe ich mich für die Rohr in Rohr – Technik entschieden. Es läuft nicht ganz so leicht wie ein Kugellager was uns Kreiselkräfte auf den Rotor ersparen kann. Außerdem ist es robust und verlangt nach ordentlicher Fettung kaum Wartungsarbeiten.

Hierbei habe ich es mir ganz leicht gemacht, ich bin zu einem Stahlbau gefahren und habe mir für 5€ zwei Abschnitte von Rohren gekauft die ineinander passen. Auf dem kleineren Rohr habe ich einen dicken Bolzen aufgeschweißt (ich meine M12) und die Spitze etwas rundgeschliffen. Dieses Rohr steckt später in dem größeren Rohr und ergibt somit das Mastlager. Das ist schnell selber gebaut. Jetzt fehlt noch die Gondel auf der sich später alles weitere befindet.

 

Die Gondel des Windrades selber bauen

 

Hierfür habe ich viele Metallreste aus der Schrottkiste genommen und zusammengeschweißt. Dabei muß man nur kreativ handeln und gucken was zusammen passt. Wichtig um ein Windrad selber zu bauen sind:

  • Aufnahme für Generator
  • Aufnahme für Seitenfahne
  • Aufnahme für Steuerfahne

Und das ist bei mir dabei raus gekommen…

Kleinwindanlage selber bauen Mast auf Windrad

Windrad selber bauen 1Ganz links ist die Aufnahme für den Generator, hier wird der Nabenmotor befestigt.

Der angeschweißte Bolzen, in den ich zwei Löcher gebohrt habe, wird die Aufnahme für die Seitenfahne. Außerdem kann man die gelagerte Aufnahme für die Steuerfahne erkennen.

 

 

 

 

Hier ist das „größere“ Rohr an der Gondel angeschweißt….

 

 

 

… hier noch etwas zu der gelagerten Steuerfahne:

Mit Hilfe des Bolzens kann man die Steuerfahne einstellen. Mit der Feder wird diese zurückgehalten und kann sich später bei Sturm bewegen, was das Windrad aus den Sturm drehen soll.

 

 

Wenn Interesse besteht werde ich in einem Folgebeitrag genauer auf die Sturmsicherung eingehen. Da habe ich leider noch keine richtigen Erfahrungswerte, da ich mein selbstgebautes Windrad heute erst aufgestellt habe. Das war schon wieder der Grundaufbau der Gondel, mit den wichtigsten Dingen um ein Windrad selber zu bauen.

 

 

 

Den Repeller am Generator befestigen

 

Hierfür habe ich mir eine Plexiglasplatte mit einer Stärke von 6mm genommen. Besser wäre natürlich Aluminium oder Stahl nur leider hatte ich nichts anderes…

Rotor 1 Rotor 2 Rotor 3

Wichtig ist es die Löcher für die Schrauben genau zu Bohren, Am besten vorher eine Schablone aus Pappe machen und alles ausprobieren.

Die Löcher des Motors, in die original die Speichen kommen, habe ich aufgebohrt und mir Halter aus Aluminium gebaut. Diese werden später die Kraft der Flügel auf den Generator übertragen. Empfehlenswert sind Hülsen, die auf die Schrauben Zwischen Halter und Plexiglas  kommen (auf weiteren Bildern zu sehen) denn sonst zieht man das Plexiglas zum Generator.

 

Hier sind die ersten Flügel Montiert….

 

 

 

 

 

 

 

…und so sieht unser Windrad fertig aus…

 

 

Abdeckung Windrad

 

 

Zum Schluss kommt noch etwas vom Rohr auf die Gondel um das Windrad vor Regen zu schützen.

Die Farbe ist noch nicht die schönste aber da werde ich noch etwas machen 🙂

 

 

 

 

 

Fazit

 

Ihr seht, ein Windrad selber bauen ist gar nicht so schwer, vor allem kostet es nicht viel Geld. Es kommt immer darauf an, was man zur Verfügung hat. Ich habe es wahrscheinlich auch nicht perfekt gemacht aber ich denke im Laufe der Zeit werde ich einige Sachen verbessern. Ich stehe noch ganz am Anfang aber ich bin mir sicher, es war nicht das letzte Windrad, welches ich selber gebaut habe.

Jetzt muss dieses auf Herz und Nieren geprüft werden.

Die Kosten für dieses Projekt halten sich in Grenzen. 30€ für den Generator und ca. 20€ für Kleinteile. Wenn ich ehrlich bin habe ich bestimmt doppelt so viel ausgegeben denn man muß erst den richtigen Weg finden aber das war es mir wert.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit meinem Windrad, es dreht schnell an und liefert Strom. Wie sich das Ganze verhält werde ich sehen, vor allem bei Sturm. Für 50€ ist es jedenfalls toll 🙂

Wie Ihr die Energie umwandeln könnt und damit normale 230V Haushaltsgeräte betreiben könnt werde ich Euch in meinem nächsten Beitrag zeigen.

Bis Dahin, viel Spaß beim basteln. Wenn Unklarheiten offen sind einfach Kommentieren, ich werde sehen diese zu beseitigen.

>Hier noch das Video zu meinem Windrad<

Wer schreibt hier?

... ist mein Name und "Der-Selber-Bauer.de" ist mein Hobby. Ich liebe es einfach, mir Dinge zu überlegen und diese zu bauen. Habt Teil an meinen Ideen und sagt, wenn es Euch gefällt oder nicht ;)